Tierschutz und Zucht?
In diesem Blogbeitrag komme ich mal zu einem etwas heiklen und umstrittenem Thema…
Die Geschichte des Haustieres reicht erwiesenermassen tausende von Jahren in die geschichtliche Entwicklung der Menschheit zurück. Der Mensch hat sich schon so sehr an diese Gesellschaft gewöhnt, dass das Haustier als Lebensbegleiter kaum mehr wegzudenken ist.
Da der Mensch immer die Gesellschaft des Tieres suchen wird, bleibt nichts Anderes übrig, als alles nur Erdenkliche zu unternehmen, um daraus allenfalls resultierendes Tierleid zu vereiteln.
Im Tierschutz ackern sich die Tierfreunde förmlich kaputt. Dabei schwimmen sie mit aller Kraft so sehr gegen den Strom, dass ihnen irgendwann einfach nur noch die Energie dazu fehlt.
Dies ist auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass der Grossteil der Menschen sich keinerlei Gedanken darüber macht, wie sehr sie die Tiere ausnutzen und quälen - sei es für den Eigenprofit, die Selbstdarstellung, aus schlichtem Nichtwissen, bzw. Desinteresse oder sonst irgendwelchen Gründen.
Das Verantwortungsbewusstsein der Menschen gegenüber anderen Lebewesen ist abgestumpft. Vielleicht durch das Leben, welches unsere Gesellschaft „vorschreibt“oder aber durch Armut, durch Trauer, soziale Verkümmerung oder sonst irgendwas.
Trotzdem versuchen immer wieder einzelne Menschen oder kleinere Gruppierungen sich hinzustellen und diese mangelnde Verantwortung auf ihren Schultern wieder auszugleichen - die Schäden, das Leid und die Ausbeutung der Tiere zu bekämpfen.
Dabei kommen sie oft an ihre Grenzen - seelisch, finanziell oder auch körperlich. Diese Leute, welche aktiv im Tierschutz arbeiten, verdienen unseren grössten Respekt.
Die kurzfristig effektivste Form von Tierschutz ist die „aktive Schadensbegrenzung“. Unter aktiver Schadensbegrenzung kann man Handlungen zusammenfassen, wie :
... das Einfangen/Einsammeln von ausgesetzten oder verwilderten Haustieren
... das Behandeln ihrer allfälligen Gesundheitsschäden
... Wohnungsräumungen von überforderten Tierhaltern, welche aus verschiedenen Gründen in eine unkontrollierte Vermehrung geraten sind etc.
Für Tiere, welche vermittelbar sind, wird dann ein Zuhause gesucht. Leider ist die Anzahl an verantwortungsvollen Heimen (oder : schönen Endstellen) begrenzt.
Des weiteren gibt es den etwas langfristiger ausgelegten präventiven Tierschutz. Dieser beinhaltet unter anderem :
... Kastrationen von verwilderten Tieren
... Haltungsaufklärung
... weitere vorbeugende Massnahmen.
Leider stehen dem präventiven Tierschutz oftmals das Gesetz, die Wirtschaft, die Vermehrer und manchmal sogar die aktiven Tierschützer im Weg.
Weitere Aufgaben des präventiven Tierschutzes sind Folgende:
… den Menschen informieren/aufklären, so dass er verantwortungsbewusst handelt
… verhindern, dass der Mensch sich spontan ein Tier zulegen kann, bloss weil ihm gerade danach ist
… Tiere kontrolliert/-er vermitteln, so dass damit keine Vermehrung betrieben werden kann
… aufgeklärt und nicht profitorientiert in artgerechte Tierhaltung vermitteln
Dies alles sind auch die Aufgaben einer seriösen Zucht.
... Sie klärt auf
... Sie „produziert“ nicht wahllos Tiere
... Sie lernt ihre Adoptanten kennen und schult sie
... Sie sorgt dafür, dass die vermittelten Tiere in tiergerechten Käfigen und Umgebungen gehalten werden
... Sie kontrolliert, dass mit ihren Tieren nicht wahllos vermehrt wird und
... Sie nimmt die Tiere im Bedarfsfall (wenn der Adoptant die Haltung aufgibt) zurück oder hilft, für diese Tiere ein neues Zuhause zu finden.
Dieses Vorgehen ist sehr zeitaufwändig und kostenintensiv. Auch wenn die Vermittlungsgebühr bei einem seriösen Züchter etwas höher als beim Vermehrer sein kann, profitiert der Züchter in der Regel nicht davon, sondern reinvestiert das Geld wieder in die Tiere.
Seriöse Züchter sind somit als kleine Untergruppe der präventiven Tierschützern zu sehen. Leider haben sie es in der Regel besonders schwer, weil sie sehr oft in den selben Topf mit den Vermehrern gesteckt und nicht als Tierschützer angesehen werden.
Fakt ist, dass der Mensch nicht auf sein/e Haustier/e verzichten möchte.
Also ist es doch sinnvoll, dem Menschen das Haustier auf seriöse Weise näher zu bringen und so allfälliges Tierleid im Keim zu ersticken.
Bei der gegenwärtigen Fülle an Vermehrern und Zooladenverkäufen scheint das eine Sisyphus Arbeit. Trotzdem sollte man die Hoffnung nicht aufgeben, dass durch rigorose Aufklärung und eine enge Zusammenarbeit von Züchtern und Tierschutzorganisationen eines Tages die Zooladenverkäufe verboten und wahllose Vermehrung ohne Wissen und aus Profitgier unterbunden werden.
Der Text wurde in Mitarbeit mit Nicole Geering von
Nisija's Rattenpack erstellt.
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